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Projektbericht Lieferanten-Assessment: Erfolgreich Rückstände abbauen, Produktivität steigern und Ausbringung erhöhen

Schwierigkeiten mit Lieferanten sind keine Seltenheit: mangelnde Termintreue und Qualität eines Lieferanten können einem Unternehmen erheblichen Schaden zufügen, wenn dadurch die eigene Produktion zu sehr negativ beeinflusst wird. In einer Situation, in der Rückstände überhandnehmen gilt es, zügig und fokussiert zu handeln, um keinen Produktionsstopp zu riskieren. IMIG hilft Kunden weltweit erfolgreich dabei, Schwierigkeiten mit Lieferanten nachhaltig zu lösen, wie auch in diesem Projekt, welches wir Ihnen im Folgenden vorstellen werden.

 

Ausgangssituation

Einer unserer deutschen Bestandskunden erfuhr Lieferschwierigkeiten bei einem seiner Lieferanten, woraufhin sich der Kunde an IMIG wandte. Wir sollten ein Lieferanten-Assessment mit dem Ziel durchführen, die Gründe für den Lieferrückstand aufzuzeigen, Erstmaßnahmen einzuleiten und Umsetzungsempfehlungen auszusprechen. Der zu auditierende Lieferant bearbeitet Gussteile nach, u. a. durch Strahlen, Gussputzen, Grundieren, CNC-Bearbeitung und Kontrolle insbesondere für den Maschinen- und Anlagenbau und die Automotive-Industrie. Da sich das Unternehmen in Osteuropa befindet, konnte IMIG auf seine Internationalität zurückgreifen und ein Team aus erfahrenen Consultants aus Osteuropa und Deutschland zusammenstellen, sodass beide Kulturen und Sprachen im Projekt optimal vertreten waren.

 

Lieferanten-Assessment: Ist-Situation und Problemursachen darstellen, Maßnahmen ableiten

Zur Vorbereitung des Lieferanten-Assessments wurden getrennte Gespräche sowohl mit dem Kunden als auch mit dem Lieferanten geführt. Hierbei wurden wichtige Informationen zur aktuellen Situation und die Agenda für die beiden Assessment-Tage besprochen sowie eine Abstimmung zur Datenbereitstellung und zum weiteren Ablauf durchgeführt. Das Lieferanten-Assessment selbst war für 2 Tage geplant und wurde vor Ort durchgeführt. Die Ziele für das Assessment lauteten:

  • Aufnahme der Unternehmenssituation mit Blick auf die aktuell unzureichende Lieferperformance
  • Bewertung der Situation und aktuelle Probleme/Problemursachen aufzeigen
  • Mit dem Management des Zulieferers abgestimmte Abhilfemaßnahmen in Quick Wins, Mittelfristmaßnahmen und Langfristmaßnahmen klassifizieren
  • Auswirkungen der Abhilfemaßnahmen auf den Rückstandsabbau und Sicherstellung eines erhöhten Bedarfs darstellen
  • Vorstellung einer mit dem Management des Zulieferers abgestimmten Umsetzungsempfehlung für die Verbesserungsmaßnahmen vorlegen

Während des Assessments konnten über 40 Handlungsfelder erkannt werden, hauptsächlich in den Bereichen Logistik, Produktionsplanung und Produktionsperformance. Daraus wurden kurzfristige Maßnahmen abgeleitet, die insbesondere auf eine verbesserte Kommunikation zwischen Kunde und Lieferant sowie auf eine Verbesserung der mangelhaften Personalkapazität abzielten. Zusätzlich wurden mittel- und langfristige Maßnahmen definiert, welche das Ziel haben, den Rückstand abzubauen und die Produktionskapazität nachhaltig zu erhöhen, sodass die vertraglich vereinbarten Liefermengen erreicht werden können. Fokus der mittelfristigen Maßnahmen waren die Engpässe und Top-Themen in Produktion, Lager, Produktionsplanung und Fertigungssteuerung. Alle Maßnahmen wurden in einem Verbesserungsplan mit Zeitplanung festgehalten.

 

Task Force Projekt: Umsetzungsunterstützung für nachhaltige und ganzheitliche Verbesserung

IMIG konnte mit seinem Knowhow und den erarbeiteten Ergebnissen in den beiden Assessment-Tagen so überzeugen, dass das auditierte Unternehmen IMIG mit einem Task Force Projekt beauftragt hat, um die besprochenen kurz- und mittelfristige Maßnahmen zu implementieren.

Das Task Force Projekt dauerte 5 Wochen und hatte u. a. folgende Schwerpunkte:

  • Implementierung von Regelmeetings und -kommunikation sowohl intern als auch mit dem Kunden zum Abgleich der KPIs und zur Festlegung von Maßnahmen
  • Einführung von Shopfloor Management und Visualisierung in der ganzen Produktion
  • Reorganisation des Rohmateriallagers inkl. Flächen zur Vorkommissionierung, Visualisierung, Teilepriorisierung und Neuorganisation der Lageristentätigkeiten
  • Erstellung eines Planungs- und Trackingtools für den Soll/Ist-Vergleich der Durchlaufzeit und der OTIF
  • Durchführung von Workshops zu den Themen Recruiting, Onboarding und Reduzierung von Fluktuation mit der Personalabteilung
  • Mitarbeiterqualifizierung: Einführung Senior-Junior-Prinzip, Erstellung einer Qualifikationsmatrix und eines Plans zur Mitarbeiterqualifizierung zur Sicherstellung einer flexiblen Produktion, Einführung einer „Training School“ für neue Mitarbeiter
  • Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses von Zielen, Möglichkeiten, Datenbasis und Begriffen zwischen Kunde und Lieferant
  • Erstellung eines Bestandstools zur Sicherstellung und Einhaltung der Chargenreihenfolge

Innerhalb von 5 Wochen konnten durch die umgesetzten Maßnahmen die Produktivität personalbereinigt um 32% gesteigert sowie eine konstante Liefermenge erreicht werden. In kürzester Zeit konnte so wieder eine positive Kunden-Lieferanten-Beziehung hergestellt werden. Das Task Force Projekt hatte darüber hinaus selbstverständlich einen äußerst positiven Effekt auf das gesamte Zuliefererunternehmen und nicht nur auf die Prozesse und Ergebnisse für den einen Kunden.

 

Zusammenfassung

Ein Lieferanten-Assessment lohnt sich sowohl für Kunden als auch für den Lieferanten selbst: In kürzester Zeit wird klar, wo Engpässe zu finden sind und mit welchen Maßnahmen diese beseitigt werden können. Ein detaillierter Umsetzungsplan gibt Lieferanten die nächsten Schritte zur Engpassbeseitigung vor und Kunden einen Fahrplan, wann der Soll-Zustand erreicht werden wird.

 

 

Shari Widmann

Consultant I IMIG Germany

Für weiterführende Informationen kontaktieren Sie uns entweder per Mail: marketing@imig.com oder telefonisch unter: +49 (0) 7152 / 928 460.

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