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IMIG Austria: Knowledge Sharing als Schlüsselprinzip gegen den Fachkräftemangel

Die IMIG Austria mit ihrem Standort in Villach ist umgeben von zahlreichen Beispielen für erfolgreiches Kleingewerbe und gesunden Mittelstand. Dazwischen befinden sich außerdem die vereinzelten Großunternehmen, wie die Infineon Technologie Austria AG, die mit zahlreichen Zuliefererbetrieben und Dienstleistern der Region kooperiert. Hierdurch entsteht ein enormer volkswirtschaftlicher Vorteil: Im Hinblick auf das Beschäftigungsverhältnis ausgedrückt bedeutet ein neuer Arbeitsplatz bei der Infineon drei Arbeitsplätze in der Region (Quelle: Industriewissenschaftliches Institut-IWI). Diese symbiotischen Effekte der Wirtschaft werden in der Zukunft eine noch viel größere Rolle spielen. Zwei der wichtigsten Ressourcen für den zukünftigen Erfolg werden nämlich der gut ausgebildete Mensch und der gezielte Umgang mit Wissensweitergabe sein.

Human Talent & Knowledge Sharing als Schlüsselprinzip

Knowledge Sharing/Wissensmanagement als Schlüsselprinzip

Abb. 1: Knowledge Sharing als Schlüsselprinzip Quelle: shutterstock         

Besonders Kärnten kämpft trotz oder gerade wegen seiner guten wirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Entwicklung mit der Hürde des Fachkräftemangels. Unternehmen aller Größen melden Schwierigkeiten in der Personalsuche, -auswahl und -entwicklung zurück. Längst findet auf breiter Front ein Ringen um gut ausgebildete Fachkräfte aus dem Ausland statt. Auch das Land Kärnten investiert jetzt in eine Infrastruktur, um gezielt Fachkräfte aus Spanien mit Deutschniveau B1 oder höher nach Kärnten einzuladen und auf die Gemeinden zu verteilen, um so sogar eine sozial bestmögliche Integration anzubieten (Quelle: https://www.ktn.gv.at/Service/News?nid=30182).

Der Fachkräftemangel macht jedoch ein Umdenken nötig, das über diese Maßnahmen hinausgeht. Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben, hat in den 1960er Jahren für Deutschland funktioniert, als die Wirtschaft sich noch langsam entwickelte und veränderte. Die digitale Revolution der Wirtschaft erwartet andere Lösungen!

Lösungsansatz: Knowledge Sharing durch Arbeitgeberzusammenschlüsse

Aus der Beratung kennt die IMIG AG die Trends, die sich insbesondere im IT-Sektor abzeichnen. Immer mehr Unternehmen sind auf kurzfristig verfügbare Arbeitskräfte angewiesen, die möglichst viel Erfahrung und die passenden Spezialisierungen mitbringen. Da es diese oft nicht am Arbeitsmarkt gibt und sich nur große, stabile Unternehmen die langjährige Personalentwicklung eines festen Mitarbeiterstammes leisten können, greifen sehr viele auf Freelancer zurück. Der Generation Y kommt dieser Umstand gerade recht: Jeder kennt bereits die digitalen Nomaden, die vom Camper aus Aufträge annehmen, ohne bei Firmen vor Ort sein zu müssen. Selbst wenn diese Freelancer als Arbeitskräfte verfügbar sind, ist dieser Umstand für viele Unternehmen praktisch, weil sie kein Personal einstellen müssen, welches sie bspw. nach einer temporär begrenzten Projektphase nicht mehr so leicht abbauen können. Gleichzeitig verhindert dieser Trend jedoch auch die Bindung guter Fachkräfte an das eigene Unternehmen und die effiziente Arbeit in gut entwickelten Teams, ganz zu schweigen vom direkten und persönlichen Austausch. Für viele Freelancer bedeutet das System außerdem soziale Unsicherheit und den fehlenden Zugang zu sogenannten Benefits wie bspw. bezahlte und gezielte Weiterbildung und -Entwicklung, die man in solcher Form eher in einem Unternehmen genießt. Zudem muss der Freelancer die Sozialleistungen selbst tragen.

Notwendige Voraussetzungen

Die Lösung der Zukunft wäre ein verändertes System, das Personalleasing in die Unternehmen überführt und als Arbeitgeberzusammenschluss das Teilen von Mitarbeitern durch mehrere Unternehmen ermöglicht. Beide Ressourcen – Mensch und Wissen – könnten auf diese Weise geteilt werden, ebenso wie die Kosten. Dafür braucht es folgende Veränderungen:

  • Verändertes Arbeitsrecht, was die flexible Anstellung eines Mitarbeiters bei mehreren Firmen begünstigt.
  • Ein Umdenken der Firmen, das Teilen des eigenen Wissens als wirtschaftlichen Mehrwert zu erkennen.
  • Finanzielle Anreize durch den Staat, sodass Unternehmen absichtlich Überkapazitäten an Fachkräften aufbauen, aus- und weiterbilden und der inländischen Wirtschaft zur Verfügung stellen.
  • Neue Ausbildungsinitiativen wie duale Studiengänge, die den Nachwuchs sichern.

Vorteile und Herausforderungen für Unternehmen und die (Volks-)Wirtschaft

Vorteile & Herausforderungen des Knowledgesharings
Das grundlegende Konzept der Arbeitgeberzusammenschlüsse ist bereits in Pilotprojekten erprobt, und die bestehenden Herausforderungen sind allesamt lösbar (Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000017859903/jobmarkt-betriebe-teilen-sich-mitarbeiter).

Auch die Konkurrenzproblematik von Unternehmen lässt sich durch passende Zusammenschlüsse umgehen: So können sich Firmen einem Arbeitgeberzusammenschluss zuordnen, in dem kein direkter Mitbewerber mit einem ähnlichen Produkt vorhanden ist und darüber hinaus ihren Mitarbeitern Verschwiegenheit auferlegen. Am Ende schlägt der Mehrwert für alle klar die Nachteile.

Besonders für unsere Standortregion Kärnten würde dieser Schub in der Digitalisierung die Wirtschaft beflügeln und die Kooperationen zwischen Groß- und Kleinunternehmern weiterhin begünstigen. Dass damit auch neue inhaltliche Kooperationen und gegenseitig geistige Befruchtung ohne Wettbewerbsdruck möglich werden, ist ein sehr wichtiger ökonomischer Nebeneffekt. Besonders die IT-Unternehmen wird es freuen. Hier wird bereits der Ruf laut nach neuen Initiativen, die gerne auch in Kooperation gestartet werden können.

 

Fabian Uber

Fabian Uber
Consultant I IMIG Austria

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