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DMAIC und Six Sigma

 

Das aktuelle Projekt

Als man unsere Hilfe angefragt hat, ging es in erster Linie um die Prozessgeneration im Qualitätsmanagement: Die Analyse Qualitäts-Wertstromes und die Implementierung eines verbesserten Soll-Wertstromes. Das hat sich jetzt aber dazu entwickelt, dass es tatsächlich auch um Ausschussreduzierung, Nacharbeit und weitere Dinge geht, die damit eng verknüpft sind. Als Folge dessen habe ich dort wieder mehr Kontakt zu Six Sigma. Insofern als dass ich da verschiedene Datensätze erhebe, diese analysiere und etwa die Streuung bestimme. Ich erstelle einen Hypothesentest und führe viele weitere Maßnahmen durch. Das ist sehr spannend für mich, weil ich die letzten anderthalb Jahre weniger in dem Themenfeld gearbeitet habe. Insofern macht mir das wirklich sehr viel Spaß. Ansonsten musste ich auch sehr viel Change Management betreiben, weil wir da mittlerweile jeden Stein umdrehen und das Projekt das hat sich eigentlich so entwickelt dass es von ursprünglich einem Pilotbereich – bis mittlerweile das ganze Unternehmen streckt und alle Produktionsbereiche umfasst. Nun begleite ich die Position des Interims Qualitätsmanagers und bin somit für das gesamte Qualitätsmanagementsystem des Unternehmens zuständig.

 

Mir gefällt es besonders, weil wir da mit mehreren Consultants unterwegs sind, weil es ein recht großes Unternehmen ist und ich auch Schwerpunkte mit meinen Kollegen diskutieren kann: „Hier haben wir ein Problem. Wie gehen wir jetzt damit um; Was ist dein Lösungsvorschlag“ und so weiter. Das gefällt mir sehr gut, so als persönliche Sache.

 

Der beratende Coach als Brücke zwischen Theorie und Praxis

Unser Klient hat das Problem einer Unterbesetzung im gesamten mittleren Management-Bereich. Wir haben da noch nicht speziell gesagt: „Okay wir machen jetzt ein Lean-Training und vermitteln euch mal die Sprache ‚Lean‘ und was sind die desbezüglichen Werkzeuge“. Sondern wir haben angefangen mit dem Change Prozess und zu sagen „Schau mal es gibt sowas wie Verschwendung“. Genau das gleiche mit 6 Sigma: Das wird vielleicht mal erwähnt, dass es das gibt, aber es überfordert eigentlich nur, weil die Leute solche Sachen überhaupt nicht gewohnt sind.


Anders ist das in einer Organisation, die sich konkret für eine Six Sigma Ausbildung oder eine Lean Organisation interessieren. Mit denen spricht man dann natürlich viel mehr im Detail. In dem Fall würden wir konkret verschiedene Trainings anbieten:

Im Kern gibt es bei Six Sigma drei verschiedene Stufen. Der niedrigste Grad dabei ist der ‚Green Belt‘: Das ist im Prinzip ein Projektleiter, der Six Sigma Projekte leiten kann. Diese sind nach dem DMAIC Flowchart strukturiert: Define, Measure, Analyse, Improve und Control, welches einen allseits anerkannten und erfolgreichen Projektzyklus darstellt.

Der nächste Grad wäre dann der ‚Black Belt‘. Der kann in der Regel als Multi-Projektmanager, unterstützt durch mehrere untergeordnete Green Belts, die 6 Sigma Projekte leiten und kann dabei auch fortgeschrittene statistische Methoden anwenden. Dann gibt es den Master Black Belt, das ist der, der die Leute nach den internationalen Standards ausbilden kann, oder in Unternehmen komplexe Transformationen und Verbesserungsprogramme leitet.

 

Berater und Coach, wo ist da eigentlich der Unterschied?

Stell dir vor du gehst zu einer Bank und sagst „Ich habe 20.000€ - mach was aus dem Geld.“ Du erwartest, dass er mit der Lösung zu dir kommt - das ist ganz klar eine Beratung. Das Coaching ist Ausbildung und Training; mache ich in der Beratung auch, aber der wesentliche Unterschied ist: Ich bin der Coach, ich gebe dir die Methode zu deinem Problem. Sei es nun persönlich oder in der Produktion. Ich erwarte, dass du der Experte deines Problems bist beziehungsweise wirst, auch wenn die Perspektive auf dein Problem aktuell vielleicht verstellt ist. Ich liefere dir eine andere Perspektive, die dich das Problem erkennen lässt. Die Lösung für das Problem kannst du dann im nächsten Schritt selbst finden.

Im Change Management gibt es drei wesentliche Fragen, die jeder beantworten muss: Die erste ist „warum muss ich mich ändern? Ist doch eigentlich alles schön in der Komfortzone – läuft doch alles.“ Die nächste und die mit Abstand wichtigste ist „What’s in it for me?“ Also „was springt für mich dabei raus?“. Das kann mehr Geld sein, das kann mehr Freizeit sein, das kann eine bessere Aufgabe sein – was auch immer. Das ist ja individuell und das herauszukriegen ist die Schwierigkeit. Wenn diese Frage gut beantwortet wird, folgt die letzte meist von selbst und aus Eigeninteresse: „Was ist der Weg dorthin?“, „Wie komme ich da hin?“. Die Lösung dessen ist dann interessanterweise bloßes Beiwerk, das sind einfache Tools.

 

Der Mensch im Mittelpunkt

Lean kann man einem Kind beibringen. Lean sind einfache Methoden – gesunder Menschenverstand. Six Sigma geht dabei einen Schritt weiter und ist etwas fordernder in der Umsetzung. Die meisten Projekte – egal worum es geht – scheitern aus meiner Erfahrung allerdings am ehesten am Menschlichen. Das können Widerstände sein, das kann aber auch Unwissen sein. Was wir machen ist ja immer ein Change: Da kommt jemand von außerhalb und sagt: „Das kannst du besser machen.“ Das ist ja eigentlich ein sprichwörtlicher Schlag ins Gesicht. „Alles was ihr bis jetzt gemacht habt, ist ausbaufähig“. So kann das ja gerne mal ankommen. Die Kunst - und das ist das woran ich den Erfolg an meinen Projekten messe - ist nicht ob ich jetzt den Ausschuss um 10% oder 20% gesenkt habe, sondern wenn ich sehe, die Leute sind begeistert und sie bringen das Projekt selbst zum Erfolg. Das ist das woran ich meinen Erfolg messe und das sehe ich auch gleichzeitig als größte Herausforderung.

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